Der AfD-Abgeordnete Martin Reichardt nutzte seine Redezeit für einen scharfen Rundumschlag gegen die Fraktionen der Grünen und der SPD, der in einer direkten, verbalen Konfrontation mit dem SPD-Politiker Ralf Stegner gipfelte.
Reichardt warf den etablierten Parteien vor, mit ihren Methoden die Demokratie zu gefährden und oppositionelle Stimmen gezielt zu unterdrücken. Insbesondere griff er die Grünen an, deren demokratisches Verständnis er infrage stellte und mit totalitären Regimen verglich. Er warf ihnen vor, den Geist der friedlichen Revolution in der DDR verraten zu haben.
Während seiner emotionalen Rede wurde Reichardt mehrfach unterbrochen. Auf eine Zwischenfrage der SPD-Abgeordneten Maja Wallstein, ob er Rechtsextremismus für ein Problem in Deutschland halte, bejahte er dies, warf aber im gleichen Atemzug den anderen Parteien vor, Linksextremismus und Islamismus zu verharmlosen. Er bezeichnete Vertreter der SPD als „Problem der deutschen Demokratie“, da sie Andersdenkende ausgrenzen würden.

Im weiteren Verlauf seiner Rede konzentrierte sich Reichardt auf den Vorwurf der “gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit”. Er argumentierte, dass dieser Hass oft aus dem linken Spektrum käme, und zitierte Beispiele, in denen Deutsche oder Reiche herabgewürdigt oder gar bedroht worden seien. Er forderte die anderen Fraktionen auf, Extremismus in den eigenen Reihen zu bekämpfen.
Die Debatte eskalierte weiter, als Reichardt direkt den SPD-Abgeordneten Ralf Stegner angriff. Er forderte dessen Ausschluss aus der Fraktion und bezeichnete ihn als „Hetzer“. Stegner wehrte sich energisch und stellte klar, dass er mit “Attackieren” die Auseinandersetzung mit Argumenten meinte. Er warf der AfD vor, für Hass, Rassismus und Nationalismus zu stehen und die Grundwerte des Grundgesetzes zu verletzen. Stegner bekräftigte das Ziel, die AfD mit allen Kräften politisch zu bekämpfen, bis sie „endlich aus dem Parlament verschwunden“ sei.
Reichardt ließ dies nicht unbeantwortet. Er konterte, Stegner habe in der Vergangenheit nicht von Argumenten, sondern vom „Attackieren des Personals“ gesprochen, was er als undemokratisch bezeichnete. In seinem Schlusswort warf er der SPD zudem vor, sich nicht ausreichend vom Linksextremismus zu distanzieren, und fügte eine persönliche, spitze Bemerkung über Stegners rhetorische Fähigkeiten hinzu.
Der Schlagabtausch verdeutlicht die zunehmende Polarisierung im Bundestag und den scharfen Ton zwischen der AfD und den etablierten Parteien.
