Im Anschluss an eine Kritik von Merz nutzte Weidel ihre Rede für eine Generalabrechnung mit der aktuellen Regierung sowie der Union und stellte einen 12-Punkte-Plan zur Neuausrichtung der deutschen Politik vor.
Die Debatte begann hitzig, als Merz der AfD vorwarf, in wirtschaftspolitischen Fragen nicht konstruktiv zu sein, und die sogenannte “Brandmauer” verteidigte, wobei er betonte, diesen Begriff selbst nicht zu verwenden. Er forderte dazu auf, das private Kapital der Deutschen zur Modernisierung der Infrastruktur zu mobilisieren, anstatt “larmoyant” zu klagen.

Weidel konterte massiv. Sie warf Merz Arroganz und fehlendes Gespür für die Sorgen der Bürger vor. In ihrer Rede verknüpfte sie die aus ihrer Sicht drohende Sozialstaatskrise direkt mit der Migrationspolitik. Sie kritisierte hohe Lohnnebenkosten und behauptete, das “Bürgergeld” sei zu einem “Migrantengeld” geworden, das einseitig von der arbeitenden Bevölkerung finanziert werde. Zudem machte sie die “hausgemachte Energiekrise” und die CO2-Bepreisung für eine “nie dagewesene Pleitewelle” und den Abbau zehntausender Industriearbeitsplätze verantwortlich.
Im Zentrum von Weidels Rede stand die Präsentation eines 12-Punkte-“Deutschlandplans”, der drastische Kurswechsel fordert:
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Energie: Beendigung der Energiewende, Wiedereinstieg in die Kernkraft und Bezug von fossilen Brennstoffen aus Russland.
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Wirtschaft: Abschaffung von CO2-Bepreisung, Heizungsgesetz, Verbrennerverbot und Lieferkettengesetzen.
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Soziales: Rückkehr zum Solidarprinzip (Leistungen nur nach Beitragszahlung), Abschaffung des Bürgergelds zugunsten einer “aktivierenden Grundsicherung” und Einbeziehung von Beamten und Politikern in die Rentenversicherung.
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Migration: Lückenlose Grenzkontrollen, “ausnahmslose” Zurückweisungen, Umstellung auf Sachleistungen und Einbürgerung frühestens nach zehn Jahren.
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Finanzen: Drastische Senkung der Staatsausgaben, Verbot staatlicher Förderung für “Pseudo-Nichtregierungsorganisationen”, Abschaffung der GEZ-Gebühren und Stopp von Steuerzahlungen ins Ausland (“Entwicklungshilfe”).
Weidel warf Merz und der Union vor, Wahlversprechen gebrochen zu haben, weil sie sich durch die “Brandmauer” zu Gefangenen linker Politik machten. Sie appellierte an die Union, eine bürgerliche “Mitte-Rechts-Politik” mit der AfD zu wagen, da die parlamentarischen Mehrheiten dafür vorhanden seien.
Die Rede wurde immer wieder durch laute Zwischenrufe und Unruhe im Plenum unterbrochen, was die tiefe Kluft zwischen der AfD und den übrigen Fraktionen deutlich machte. Beobachter werten Weidels Auftritt als Versuch, die AfD als einzige echte Opposition zur etablierten Politik zu positionieren.
