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Im Endspurt des Landtagswahlkampfes in Sachsen-Anhalt hat der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund schwere Vorwürfe gegen die CDU und ihren Bundesvorsitzenden Friedrich Merz erhoben.TA

In einer kämpferischen Rede vor Anhängern warf er der Union vor, eine „linke Politik unter dem Deckmantel des schwarzen Mäntelchens“ zu betreiben und behauptete, Merz habe persönlich aus Berlin interveniert, um angesichts einer starken AfD parteiinterne Kurskorrekturen in Sachsen-Anhalt zu erzwingen.

Im Zentrum von Siegmunds Angriffen stand die Behauptung, es habe einen Anruf aus dem „Kanzleramt“ – gemeint war in diesem Kontext offensichtlich die Bundes-CDU unter Führung von Merz – gegeben, in dem dieser gefordert habe: „Da kommt eine starke AfD, ihr müsst was machen.“ Laut Siegmund belegt dieser Vorgang, dass die Landes-CDU unter Ministerpräsident Reiner Haseloff nicht unabhängig agiere, sondern sich dem Diktat aus Berlin beuge. „Kommt der Anruf aus Berlin, schwingt die Peitsche, spielen die Länder mit“, so Siegmund wörtlich.

Darüber hinaus attackierte der AfD-Politiker die Christdemokraten für angebliche Wahlversprechenbrüche in der Vergangenheit. Er warf der CDU vor, vor Wahlen konservative Positionen – etwa eine strikte Obergrenze für Migration und konsequente Abschiebungen – zu vertreten, diese jedoch in Koalitionsverhandlungen mit Parteien wie der SPD oder FDP regelmäßig aufzuweichen. „Die CDU macht genau das Gegenteil von dem im Wahlkampf, was die dann später in der Regierungsverantwortung macht“, kritisierte Siegmund und bezeichnete dies als „menschliche Doppelmoral“.

Siegmund nutzte die Bühne zudem, um die AfD als einzige verbliebene konservative Kraft zu stilisieren. Er behauptete, die Bürger wählten „mehrheitlich konservativ“, bekämen jedoch durch die CDU eine „linksgrüne Politik“. Gleichzeitig betonte er, dass seine Partei nicht bereit sei, ihre Positionen für eine Regierungsbeteiligung aufzugeben: „Der Unterschied zwischen uns und Ihnen: Ich möchte mich auch weiterhin im Spiegel angucken können.“

Die Äußerungen fielen in einem ohnehin emotionalisierten Wahlkampf, der von starken Spannungen zwischen der AfD und den etablierten Parteien geprägt ist. Siegmunds Rede reiht sich ein in die Strategie der AfD, die CDU als unglaubwürdig und nach links gerückt darzustellen, um enttäuschte konservative Wähler zu mobilisieren. Die CDU äußerte sich bislang nicht zu den Behauptungen über den angeblichen Telefonanruf von Friedrich Merz.

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