Die Mundatmung mag harmlos erscheinen, kann aber zu Schlafstörungen, Zahnfleischerkrankungen, Halsschmerzen und vielen anderen schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen.
Die Atmung ist eine kontinuierliche und nahezu unbewusste Tätigkeit, doch die Art und Weise, wie wir atmen, hat einen erheblichen Einfluss auf unsere allgemeine Gesundheit.
Laut HNO-Ärzten ist anhaltende Mundatmung nicht nur eine schlechte Angewohnheit – sie kann ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen, die von Schlafstörungen und Problemen mit der Mundgesundheit bis hin zu Atemwegserkrankungen reichen.
Dr. Harihara Murthy, HNO-Arzt und Kopf- und Halschirurg am Apollo Spectra Hospital in Bangalore, Indien, erklärt, dass die Nasenatmung der natürliche Mechanismus des Körpers sei.
Wenn Luft durch die Nase strömt, wird sie erwärmt, befeuchtet und gefiltert, bevor sie die Lunge erreicht. Im Gegensatz dazu umgeht die Mundatmung diese „Schutzbarriere“ und macht den Körper dadurch anfälliger für Schäden.

Häufige Gesundheitsrisiken
Laut Dr. Murthy zählen Schlafstörungen zu den häufigsten Folgen der Mundatmung. Diese Angewohnheit kann zu vergrößerten Mandeln und anhaltendem Schnarchen führen, was wiederum den Schlaf stört und die Erholung beeinträchtigt.
Auch Mundgesundheitsprobleme treten häufig auf. Mundatmung trocknet die Mundhöhle aus, stört das natürliche Gleichgewicht der Bakterien und erhöht das Risiko von Zahnfleischerkrankungen, Karies und chronischem Mundgeruch.
Im Hinblick auf die Atemwegsgesundheit kann der Sauerstoffgehalt im Blut sinken, was die Lungenfunktion negativ beeinflusst. Dies ist besonders gefährlich für Menschen mit Asthma oder chronischen Lungenerkrankungen, da sich ihre Symptome dadurch verschlimmern können.
Eine weniger bekannte Folge sind hängende Augenlider und dunkle Augenringe. Laut Ärzten kann Mundatmung mit der Zeit zu einer Erweiterung der Venen um die Augen führen, was ein müdes und weniger strahlendes Aussehen zur Folge hat.
Zudem sind Mundatmer anfälliger für Erkältungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Allergien. Ohne die Filterfunktion der Nase können Bakterien und Allergene direkt in den Rachen gelangen. Chronische Halsschmerzen – insbesondere morgens – treten aufgrund der anhaltenden Trockenheit der Rachenschleimhaut ebenfalls häufig auf.

Besondere Risiken für Kinder
Dr. Murthy warnt davor, dass Mundatmung bei Kindern langfristige Auswirkungen auf die Gesichts- und Zahnentwicklung haben kann.
Bei Kindern können Zahnfehlstellungen, ein abnormales Kieferwachstum, eine längere Gesichtsstruktur, vorstehende Oberlippen und breitere Nasenlöcher auftreten.
Diese Veränderungen betreffen nicht nur das Aussehen, sondern können sich auch auf die Atmung und die Kaufunktion auswirken.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Mundatmung ist bei einer Erkältung oder vorübergehender verstopfter Nase normal. Hält der Zustand jedoch an, ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich, um die zugrunde liegenden Ursachen abzuklären.
Warnzeichen sind unter anderem:
- Häufiger trockener Mund
- Anhaltender Mundgeruch
- Geistige Erschöpfung
- Anhaltendes Schnarchen
- Sabbern im Schlaf
- Morgens aufwachen und sich müde oder gereizt fühlen

Wie man Mundatmung verhindert
Um die Mundatmung zu reduzieren, empfiehlt Dr. Murthy das Üben der Zwerchfellatmung, die dem Körper hilft, zur natürlichen Nasenatmung zurückzukehren.
Darüber hinaus sollten Personen mit Schlafapnoe oder schlechter Schlafqualität auf eine korrekte Schlafhaltung achten, stützende Kissen verwenden und bei Nasen- und Rachenbeschwerden frühzeitig einen Arzt aufsuchen.
Experten zufolge ist das frühzeitige Erkennen und Korrigieren von Atemgewohnheiten ein einfacher, aber entscheidender Schritt zum Schutz der langfristigen Gesundheit.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Bedenken immer einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft.
