„Ein durchgedrehter Verrückter“: US-Abgeordnete wollen Trump als Präsident absetzen.T
Guter Rat ist teuer: Trump wendet sich an den Osterhasen. © Brendan Smialowski/IMAGO US-Präsident Trump steigert seine Drohung, den Iran zerstören zu wollen – und löst damit Rufe nach Amtsenthebung aus. Selbst Republikaner sprechen von Wahnsinn. Im Englischen gibt es den Ausdruck „mad as a March hare“. Er ist bekannt durch den Nonsens-Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“ und…

US-Präsident Trump steigert seine Drohung, den Iran zerstören zu wollen – und löst damit Rufe nach Amtsenthebung aus. Selbst Republikaner sprechen von Wahnsinn.
Im Englischen gibt es den Ausdruck „mad as a March hare“. Er ist bekannt durch den Nonsens-Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“ und wird im Deutschen übersetzt mit „verrückt wie der Märzhase“. Nun haben wir bereits April, doch die literarische Figur des erratisch-paranoiden Langohrs rückt nicht nur wegen Ostern in Erinnerung.
Der Ausdruck geht zurück auf das ungewöhnliche Benehmen männlicher Hasen zur Paarungszeit: Sie boxen Artgenossen, springen senkrecht umher und zeigen sich allgemein verhaltensauffällig – was uns zu US-Präsident Donald Trump im Frühjahr 2026 führt.
Am Montag beging er traditionell die österlichen Festlichkeiten im Weißen Haus. In Begleitung seiner Frau Melania und eines überlebensgroßen Hasen. Heile Welt? Mitnichten.
Donald Trumps Aussagen zu Iran sorgen überall auf der Welt für Reaktionen
Am Dienstag steigerte Trump seine Warnung vom Sonntag vor einer „völligen Zerstörung“ aller iranischen Kraftwerke und Brücken – sollte Teheran nicht bis Mittwochnacht 2 Uhr europäischer Zeit die Straße von Hormus öffnen: „Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation untergehen, um nie wieder auferstehen zu können.“ Er kündigte „einen der wichtigsten Momente in der langen und komplexen Geschichte der Welt“ an. Der Iran verurteilte die „haltlosen Drohungen“ eines „wahnhaften“ Präsidenten.
Auch in den USA macht das Wort „Wahnsinn“ in Bezug auf Trump mehr denn je die Runde. Die „New York Times“ sammelte Leserbriefe dazu; in einem fordert ein Theologe der Elite-Universität Princeton: „Es ist nun an der Zeit, den 25. Verfassungszusatz anzuwenden und Präsident Trump seines Amtes zu entheben. Er ist eindeutig ungeeignet und stellt sowohl für dieses Land als auch für die Welt eine Gefahr dar.“

„Ein durchgedrehter Verrückter“: Hitzige Debatte über 25. Verfassungszusatz
Konkret geht es um Sektion vier und die Situation, in der „der Präsident nicht in der Lage ist, die Befugnisse und Pflichten seines Amtes wahrzunehmen“. Dann sind der Vizepräsident und eine Mehrheit des Kabinetts gefragt, das Gesuch beim Kongress vorzubringen – und die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Bei einem Widerspruch des Amtsinhabers entscheidet der Kongress. Im Falle von Trump-Jünger JD Vance und der aktuellen Mehrheitsverhältnisse ist das allerdings kein realistisches Szenario.
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Wegen Trumps Drohungen, auf die Kriegsverbrechen folgen könnten, rufen demokratische Abgeordnete jetzt dennoch dazu auf, den Prozess zu starten. Senator Chris Murphy schrieb: „Wäre ich in Trumps Kabinett, würde ich Ostern damit verbringen, Verfassungsrechtler wegen des 25. Verfassungszusatzes anzurufen. Das ist völlig, absolut außer Kontrolle geraten.“
Fraktionschef Chuck Schumer lenkte den Blick auf das Inland: „Der Präsident schimpft in den sozialen Medien wie ein durchgedrehter Verrückter und ignoriert dabei, wie sehr amerikanische Familien unter den wirtschaftlichen Belastungen leiden – von der Tankstelle bis zum Supermarkt.“
Der republikanische Trump-Kritiker Joe Walsh schrieb: „Er wird für immer ein Schandfleck für dieses Land sein. Und für die Welt. Der 25. Verfassungszusatz. Jetzt.“ Die aus dem Maga-Lager (Make America Great Again) verstoßene Rechtsextreme Marjorie Taylor Greene wütete, das Kabinett müsse „aufhören, den Präsidenten zu vergöttern, und Trumps Wahnsinn Einhalt gebieten“. Alle seien mitschuldig.
Das will Deutschland über Donald Trump wissen
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US-Präsident Donald Trump steckt tief im „Rabbit Hole“ Iran
Eine Amtsenthebung per „Impeachment“ wird derweil noch nicht gefordert. Damit sah sich Trump in seiner ersten Amtszeit gleich zweimal konfrontiert: Im ersten Verfahren wurde ihm vorgeworfen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat unter Druck gesetzt zu haben. Im zweiten ging es um Trumps Hetze vor dem Kapitolsturm. Beide Anläufe scheiterten. Trump ließ nun Informationen darüber in Washingtoner Museen entfernen.
Bei Trumps Vorgänger Joe Biden lief 2024 die Debatte heiß, der Demokrat müsse wegen seines gesundheitlichen Verfalls per 25. Zusatzartikel abgesetzt werden. Mit Verzögerung gab er nach. Beim Osterfest im Weißen Haus lästerte Trump, umringt von Kindern, erneut über den krebskranken Biden. Fachleute attestieren Trumps selbst derweil „alle Anzeichen von Demenz“. Offizielle Arztberichte gibt es jedoch nicht.
Gleichwohl steht Trump vor der Frage, ob (und wie stark beschädigt) er aus seinem „Rabbit Hole“ im Iran herausfindet.




