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Auf einer zentralen Kundgebung am Vorabend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel den Machtanspruch ihrer Partei auf Landes- und Bundesebene deutlich untermauert.TA

Bei der Veranstaltung, die ganz im Zeichen der Unterstützung des Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund stand, nutzte Weidel die Bühne, um die aktuelle Bundes- und Landespolitik scharf anzugreifen und die AfD als bürgerliche, patriotische Alternative zu inszenieren.

In ihrer Ansprache dankte Weidel der Parteibasis und hob insbesondere das Engagement von Ulrich Siegmund hervor, dem sie einen „Dauerwahlkampf“ über anderthalb Jahre attestierte. Sie zeigte sich überzeugt, dass Siegmund „Geschichte schreiben“ und als erster AfD-Politiker das Amt eines Ministerpräsidenten übernehmen werde. Ein besonderer Moment der Veranstaltung ereignete sich, als Weidel ihre Rede unterbrach, um sich einem drei Jahre alten Mädchen im Publikum zuzuwenden, was von den anwesenden Anhängern mit großem Applaus bedacht wurde. Weidel nutzte diese Szene, um die AfD als „Partei der Zukunft, der Familien und der jungen Menschen“ zu positionieren.

Gleichzeitig verschärfte die Parteichefin die Rhetorik gegenüber den etablierten Parteien. Sie bezeichnete die Politik der aktuellen Regierungen als „extremistisch“. Als Beispiele für diesen vermeintlichen Extremismus nannte sie die Offenhaltung der Grenzen, die aus ihrer Sicht mutwillige Zerstörung der Energieinfrastruktur – hierbei verwies sie explizit auf die Sprengung von Kernkraftwerken – sowie die Auszahlung von Sozialleistungen an kriminelle Clanmitglieder.

Dem stellte sie das eigene Programm einer „vernünftigen, konservativ-freiheitlichen Politik“ entgegen. Als visuelles und ideologisches Symbol kündigte Weidel an, im Falle einer Regierungsbeteiligung die deutsche Nationalflagge (Schwarz-Rot-Gold) als „freiheitliche Farben“ an jedem Regierungs- und Schulgebäude hissen zu wollen.

Die Kundgebung, an der auch internationale Gäste wie die österreichische FPÖ-Politikerin Susanne Fürst teilnahmen, diente laut Weidel nicht nur dem regionalen Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Sie bezeichnete den möglichen Wahlerfolg als Auftakt für Regierungsbeteiligungen der AfD in weiteren Bundesländern und formulierte den klaren Anspruch, bei der nächsten Bundestagswahl den Kanzler oder die Kanzlerin zu stellen.

Das im Netz verbreitete Video der Rede wurde von AfD-nahen Kanälen mit Kommentaren versehen, die den direkten Vergleich zwischen Alice Weidel und dem CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz ziehen, wobei Weidels Auftreten als deutlich sympathischer und zugänglicher dargestellt wird. Die Veranstaltung markiert den emotionalen und rhetorischen Höhepunkt eines Wahlkampfes, mit dem die AfD in Sachsen-Anhalt einen historischen Sieg anstrebt.

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