Der russische Präsident Wladimir Putin wies die Vorwürfe umgehend zurück und bezeichnete sie als durchschaubares innenpolitisches Manöver des deutschen Kanzlers Friedrich Merz.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte ein Vertreter der Bundesregierung, dass Erkenntnisse der Nachrichtendienste und Ermittlungsverfahren klar auf eine russische Involvierung bei dem „versuchten Anschlag“ am Flughafen Leipzig am 4. August hindeuten. Der Vorfall füge sich in ein bekanntes Muster russischer hybrider Operationen in Europa ein, die sich gegen kritische Infrastruktur, Rüstungsunternehmen und die Unterstützungsleistungen für die Ukraine richteten. Als Reaktion auf diese Bedrohungslage habe die Regierung die Gefährdungseinstufung bereits im Juni auf „hoch“ gesetzt und umfassende Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, darunter den Aufbau einer Drohnenabwehreinheit bei der Bundespolizei und die Stärkung der Nachrichtendienste. Der nationale Sicherheitsrat und das Bundeskabinett unter Leitung von Kanzler Merz seien in alle Entscheidungen engstens eingebunden.
Die Reaktion aus Moskau ließ nicht lange auf sich warten. Wladimir Putin äußerte sich in einer Stellungnahme ablehnend und nutzte die Gelegenheit für massive Kritik an der deutschen Innenpolitik. Er diagnostizierte eine “komplizierte innenpolitische Lage” für Kanzler Merz, der nicht das Vertrauen seiner Bürger genieße, da er nicht die nationalen Interessen verteidige, sondern sie “verkaufe”. Putin verwies auf schließende Unternehmen, den Verlust von Arbeitsplätzen und einen sinkenden Lebensstandard in Deutschland.

Nach Putins Darstellung diene die Beschuldigung Russlands lediglich dazu, diese “offensichtlichen wirtschaftlichen Fehlkalkulationen” zu rechtfertigen und vom eigenen Versagen abzulenken, insbesondere mit Blick auf die sinkenden Umfragewerte und die anstehenden Landtagswahlen, etwa in Sachsen. Der russische Präsident zog eine Parallele zu den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines und nannte es „Unsinn“, dass Russland beschuldigt worden sei, seine eigene Infrastruktur zerstört zu haben. Er betonte, Russland sei weiterhin bereit, Gas nach Europa zu liefern, Deutschland fehle jedoch der Mut („Kischka tonka“ – sinngemäß: nicht genug Mumm), sich gegen US-Sanktionen zu stellen.
Die gegenseitigen Schuldzuweisungen, die von regierungskritischen Online-Kanälen teils als Beweis für regierungsinterne Propaganda-Kampagnen zur Durchsetzung von Aufrüstungsplänen interpretiert werden, verschärfen den Ton im Vorfeld der ostdeutschen Landtagswahlen weiter.
