Im Zentrum seiner emotionalen Rede, die von Zwischenrufen begleitet wurde, standen massive Vorwürfe gegen die Asyl- und Sozialpolitik sowie die Berichterstattung der Medien.
Siegmund bezeichnete das Jahr 2015 als “negativen Wendepunkt in die deutsche Geschichte” und machte insbesondere die CDU und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel für einen “Kontrollverlust” verantwortlich. Die Politik der offenen Grenzen habe den Wohlstand und die innere Sicherheit Deutschlands für eine “Ideologie” geopfert.

Zur Untermauerung seiner Position präsentierte Siegmund eine Reihe von Zahlen und Extrembeispielen. So verwies er auf Medienberichte über einen syrischen Kläger, der gerichtlich ein höheres Bürgergeld erstreiten wolle, da die bisherigen 6.000 Euro für seine sieben Kinder und eine künftige zweite Frau nicht ausreichten, während er gleichzeitig angebe, nicht arbeiten zu können. Siegmund nutzte dieses Beispiel, um das Bürgergeld als “Migrantengeld” zu kritisieren; er behauptete, knapp 54 Prozent aller Syrer und 47 Prozent der Afghanen in Deutschland bezögen diese Leistung, obwohl seiner Darstellung nach nur 0,5 Prozent nach dem Grundgesetz tatsächlich asylberechtigt seien.
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede lag auf der inneren Sicherheit. Siegmund zählte eine Reihe aufsehenerregender Gewalttaten auf, darunter den jüngsten Fall in Hamburg, bei dem eine junge Frau von einem Mann aus dem Südsudan vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurde, sowie Messerangriffe in Würzburg (im Video irrtümlich als Aschaffenburg bezeichnet), Saarbrücken und Stuttgart. Er warf der Bundesregierung und den Medien vor, solche Taten als “Todesstürze” zu relativieren und statt der Ursachen – der Migrationspolitik – lediglich technische Lösungen wie Bahnsteigtüren zu diskutieren. Zudem zitierte er Kriminalstatistiken, wonach der Ausländeranteil in Gefängnissen bei 45 Prozent liege und bestimmte Straftaten, wie sexuelle Übergriffe durch Täter aus Maghreb-Staaten, prozentual stark angestiegen seien.
Der AfD-Politiker griff auch die aktuellen Pläne der CDU, abgelehnte Asylbewerber konsequenter abzuschieben, als „Witz“ an und warf der Union vor, durch erleichterte Einbürgerungen nach fünf Jahren die Kriminalstatistiken „verschleiern“ zu wollen.
Gegen Ende seiner Rede warf Siegmund den Abgeordneten der anderen Fraktionen (FDP, CDU, SPD, Grüne und Linke) Doppelmoral vor: Niemand von ihnen habe privat für Asylbewerber gebürgt oder diese aufgenommen, doch die Gesellschaft müsse die Kosten, die er auf „mehrere hundert Milliarden Euro“ seit 2015 bezifferte, tragen. Er forderte ein sofortiges Ende aller “Pull-Faktoren” (Anreize) und konsequente Abschiebungen.
Die Rede verdeutlicht die harte Konfrontationslinie der AfD im Landtag, die sich vor der anstehenden Wahlkompagne 2026 als alleinige politische Kraft positioniert, die eine grundlegende restriktive Wende in der Asylpolitik anstrebe.
