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Krone-Schmalz warnt vor schwindendem Einfluss Europas im Ukraine-Krieg!_D

Krone-Schmalz warnt vor schwindendem Einfluss Europas im Ukraine-Krieg

Krone-Schmalz holt in Düren zur Medienschelte aus | Aachener Zeitung

Gabriele Krone-Schmalz hat in einem Gespräch mit der „Weltwoche“ erneut für eine stärkere diplomatische Perspektive auf den Ukraine-Krieg plädiert. Im Mittelpunkt steht ihre Einschätzung, dass Europa seine politische Rolle bei möglichen Verhandlungen bislang nicht ausreichend entwickelt habe.

Die Publizistin kritisiert insbesondere die europäische Abhängigkeit von den Gesprächen zwischen Washington und Moskau. Ihrer Ansicht nach könnte Europas Einfluss auf eine spätere Friedensregelung begrenzt bleiben, wenn die europäischen Staaten keine eigenständigen und substanziellen Vorschläge entwickeln.

Krone-Schmalz verbindet diese Einschätzung mit der Forderung, stärker über mögliche Verhandlungen nachzudenken. Sie stellt dabei die Annahme infrage, dass die Ukraine den Krieg auf militärischem Weg vollständig zu ihren Bedingungen beenden könne.

Ihre Aussagen sind allerdings politische Bewertungen und keine feststehenden Prognosen. Ob und unter welchen Bedingungen ein Ende des Krieges erreicht werden kann, hängt von militärischen Entwicklungen, Verhandlungen und den Positionen Russlands, der Ukraine, der USA und Europas ab.

Bildunterschrift: Gabriele Krone-Schmalz bei einer öffentlichen Veranstaltung. Foto: Wikimedia Commons, Vincent Eisfeld / Superbass, je nach verwendeter Aufnahme.

Im Gespräch argumentiert Krone-Schmalz, Europa habe seit Beginn des Krieges ausreichend Zeit gehabt, eigene diplomatische Initiativen zu entwickeln. Sie verweist dabei auf Friedensvorschläge aus China, Brasilien und afrikanischen Staaten und stellt europäischen Initiativen diese Beispiele gegenüber.

Diese Darstellung ist jedoch nur teilweise mit der offiziellen europäischen Politik vereinbar. Der Europäische Rat betont seit Monaten sowohl die Unterstützung diplomatischer Bemühungen als auch die Bereitschaft der EU, sich aktiv an Friedensbemühungen und Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu beteiligen.

Auch finanziell und militärisch hat die Europäische Union erhebliche Unterstützung organisiert. Für 2026 und 2027 wurde ein Unterstützungsrahmen von 90 Milliarden Euro beschlossen, der sowohl den ukrainischen Staatshaushalt als auch Verteidigungsbedürfnisse abdecken soll.

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Damit entsteht ein zentraler Unterschied zwischen Krone-Schmalz’ Argumentation und der offiziellen europäischen Darstellung. Während sie vor allem auf fehlende diplomatische Eigenständigkeit verweist, versteht die EU ihre finanzielle, militärische und diplomatische Unterstützung ausdrücklich als Teil einer Friedensstrategie.

Auch die Behauptung, Europa habe lediglich Waffen geliefert und den Krieg rhetorisch verurteilt, greift deshalb zu kurz. Die EU beschreibt ihre Politik ausdrücklich als Kombination aus finanzieller Hilfe, militärischer Unterstützung, diplomatischem Engagement, Sanktionen und Vorbereitungen für mögliche Sicherheitsgarantien.

Gleichzeitig bleibt die Frage nach Europas tatsächlichem Einfluss auf mögliche Verhandlungen offen. Die Europäische Union kann ihre Unterstützung ausweiten, besitzt aber nicht automatisch die Möglichkeit, Entscheidungen zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten zu bestimmen.

Gerade deshalb ist Krone-Schmalz’ Hinweis auf die internationale Verhandlungsebene politisch relevant. Seit 2025 bemüht sich die US-Regierung unter Präsident Donald Trump wiederholt um direkte Kontakte mit Moskau und Kiew. Im September 2026 wurden zudem neue diplomatische Bemühungen zur Wiederaufnahme trilateraler Gespräche bekannt.

Die aktuelle Lage zeigt zugleich, dass die Verhandlungen keineswegs auf einem geradlinigen Weg zu einem Abkommen verlaufen. Reuters berichtete Mitte September über weiterhin bestehende Differenzen und über die Vorbereitung möglicher Gespräche im Oktober. Eine konkrete Friedensvereinbarung ist daraus bislang nicht entstanden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Transkripts betrifft die Belastungen der Ukraine. Dabei verweist der Sprecher auf einen Bericht des „Handelsblatts“, wonach der Krieg im Iran zusätzlichen Druck auf Kiew erzeugt habe, unter anderem bei Luftverteidigung, Finanzierung und internationaler Aufmerksamkeit.

Der zitierte „Handelsblatt“-Bericht vom März 2026 beschreibt tatsächlich mehrere Belastungsfaktoren. Dazu gehören die hohe Nachfrage nach Patriot-Abfangraketen, Auswirkungen des Iran-Krieges auf die internationale Aufmerksamkeit sowie finanzielle Risiken für die Ukraine.

Besonders die Luftverteidigung bleibt für Kiew ein strategisches Problem. Gleichzeitig haben die USA und ihre Partner versucht, die Produktion von Abfangraketen auszuweiten. Reuters berichtete im September über zusätzliche Produktionskapazitäten für Patriot-Komponenten, was die weltweite Nachfrage nach solchen Systemen unterstreicht.

Der Iran-Krieg wirkt dabei nicht isoliert auf die Ukraine. Der Konflikt im Nahen Osten bindet militärische Ressourcen und politische Aufmerksamkeit. Der „Handelsblatt“-Bericht zitierte in diesem Zusammenhang Olena Prokopenko vom German Marshall Fund mit der Einschätzung, eine längere Eskalation könne den Schaden für die Ukraine vergrößern.

Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj hat versucht, die ukrainische Erfahrung mit Drohnenabwehr international stärker einzubringen. In Washington stellte er die ukrainische Expertise bei der Abwehr iranischer und russischer Drohnen heraus und verband dies mit Erwartungen an weitere Unterstützung für die Ukraine.

Die daraus entstehende strategische Lage ist komplexer als die im Video verwendete Formel, die Ukraine befinde sich unmittelbar „vor dem Abgrund“. Einerseits bestehen erhebliche militärische und finanzielle Belastungen, andererseits verfügt Kiew weiterhin über umfangreiche internationale Unterstützung.

Die EU hat ihre finanziellen Zusagen für die kommenden Jahre ausdrücklich mit der Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen und der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine verbunden. Nach Angaben des Europäischen Rates und der Kommission fließen weiterhin erhebliche Mittel in Haushalt, Verteidigung und Wiederaufbau.

Krone-Schmalz’ grundsätzliche Forderung nach Diplomatie steht daher nicht zwangsläufig im Gegensatz zu europäischen Positionen. Auch die EU erklärt ausdrücklich, diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges zu unterstützen und sich an möglichen Friedensbemühungen zu beteiligen.

Der entscheidende Unterschied liegt vielmehr in der Gewichtung. Krone-Schmalz stellt Verhandlungen und eine möglichst schnelle Beendigung der Kampfhandlungen in den Vordergrund. Die EU verbindet Diplomatie dagegen mit der Forderung nach Sicherheitsgarantien, ukrainischer Selbstverteidigungsfähigkeit und einer Friedensordnung auf Grundlage des Völkerrechts.

Offen bleibt damit vor allem, welche Bedingungen eine tragfähige Friedenslösung überhaupt erfüllen müsste. Russland, die Ukraine, die USA und die europäischen Staaten verfolgen teilweise unterschiedliche Interessen. Ein Verhandlungsergebnis müsste diese Positionen zusammenführen, ohne dass derzeit ein solcher Kompromiss feststeht.

Auch Krone-Schmalz’ Aussage, ein militärischer Sieg der Ukraine sei unrealistisch, ist als politische Einschätzung zu verstehen. Sie lässt sich nicht als objektiv feststehendes Ergebnis zukünftiger Entwicklungen behandeln. Der weitere Kriegsverlauf bleibt von militärischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Faktoren abhängig.

Das Transkript vermittelt somit eine deutlich pessimistische Perspektive auf die Möglichkeiten Europas und die militärische Lage der Ukraine. Die überprüfbaren Fakten zeichnen allerdings ein differenzierteres Bild: Die Ukraine steht unter erheblichem Druck, erhält aber weiterhin umfangreiche europäische Unterstützung.

Für Europa stellt sich deshalb weniger die Frage, ob es überhaupt Einfluss nehmen kann, sondern wie dieser Einfluss in einem möglichen Verhandlungsprozess tatsächlich genutzt werden kann. Genau an diesem Punkt liegt der Kern der Kritik von Krone-Schmalz.

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Die Debatte über den richtigen Weg bleibt damit offen. Zwischen der Forderung nach intensiverer Diplomatie und der europäischen Strategie aus Unterstützung, Druck auf Russland und Sicherheitsgarantien bestehen erhebliche politische Unterschiede. Eine abschließende Bewertung der künftigen Friedensordnung ist derzeit nicht möglich.

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